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Wurzelbehandlung: Wurzelspitzen-Resektion | Spezialisierter Zahnarzt Hannover | Endodontie | Mikroskop | Wurzel-Entzündung

Wurzelbehandlung: Wurzelspitzen-Resektion | Spezialisierter Zahnarzt Hannover | Endodontie | Mikroskop | Wurzel-Entzündung

Bei der Wurzelspitzenresektion wird der unterste Abschnitt der Zahnwurzel "gekappt", um die dort verbliebenen Bakterien zu entfernen

 

 

WURZELBEHANDLUNG:

 

 

Wurzelspitzen-Resektion

De chirurgische Wurzelspitzenresektion ist eine Operation, bei der die Wurzelspitze gekürzt wird, um die Entzündung zu beseitigen. Dazu wird von außen, also durch das Zahnfleisch und den Knochen hindurch, ein Loch bis zur Wurzelspitze des Zahnes gebohrt. Dann wird die Wurzelspitze chirurgisch freigelegt, gekürzt und der verbleibende Wurzelrest rückseitig gefüllt.

 

Wirkungsweise der Wurzelspitzenresektion

Der Grund für diese Therapie ist der Glaube, dass die Wurzelspitze besonders viele Bakterien enthält. Und wenn diese Spitze abgeschnitten wird, - so glaubt man jedenfalls - sind die Bakterien auch gleich mit weg.

Allerdings ist diese Vorstellung von der Wirkung einer Wurzelspitzenresektion eigentlich eher ein „Irrglaube“ oder eine vage Hoffnung als denn eine Tatsache. Denn die Wirklichkeit sieht oftmals anders aus.

Tatsache ist, dass eine Wurzelentzündung von Bakterien verursacht wird. Aber diese Bakterien befinden sich nicht nur an der Wurzelspitze, sondern im gesamten Wurzelkanal. Wenn man also nur die Wurzelspitze abschneidet, dann verbleiben immer noch die restlichen Bakterien im Wurzelkanal. Dadurch kommt die Entzündung nie zur Ruhe, weil ständig Bakterien aus dem Wurzelkanal in den Knochen wandern.

 

Die klassische Wurzelspitzenresektion kann nur "Zeit erkaufen"

Die klassische Wurzelspitzenresektion kann deshalb höchstens ein paar Jahre Zeit erkaufen. Eine richtige Ausheilung findet nur selten statt. Deshalb hat diese Methode in der zahnmedizinischen Literatur eine außerordentlich schlechte Langzeitprognose; ganz abgesehen von den chirurgischen Risiken und der Unannehmlichkeit des Eingriffs.

Wenn die Abwehrlage des Patienten gut ist, kann es durchaus sein, dass der Körper die Bakterien mehr oder weniger lange in Schach hält. Aber das kann doch eigentlich nicht das Ziel einer sinnvollen Therapie sein, oder?

 

Kleiner Exkurs

Die Wurzelspitzenresektion ist vergleichbar mit einer Bein-Amputation. Kein normaler Chirurg käme auf die Idee, ein Bein innerhalb der Erkrankung zu amputieren. Denn jeder weiß, dass man selbstverständlich im gesunden Gewebe operieren muss. Nur in der Kieferchirurgie schneidet man den Zahn innerhalb der Erkrankung ab und hofft dann, dass das zu einem guten Ergebnis kommt. Aber wieso sollte etwas im Kieferknochen funktionieren, was im übrigen Körper immer schief läuft?

 

Langzeitprognose einer "normalen" Wurzelspitzenresektion 

Der Grund für die schlechte Langzeitprognose einer "normalen" Wurzelspitzenresektion ist folgender: Mit einem solchen Eingriff wird die eigentliche Ursache - nämlich die Infektion im Wurzelkanal oder in den zusätzlichen, bisher nicht behandelten Kanälen - überhaupt nicht beseitigt. Die Bakterien sind auch nach einer solchen Behandlung noch immer im Wurzelkanal vorhanden. Nur rund ein Drittel aller auf diese Weise behandelten Zähne kann auf Dauer im Mund bleiben.

Die Langzeit-Erfolgsrate einer mikroskopischen Revision liegt dagegen bei rund 80%. Als weitere Alternative gibt es nur noch die Extraktionszange.

Von daher gesehen dürfte die Entscheidung zum Zahnerhalt nicht schwer fallen. Die bessere, sicherere und komfortablere Behandlung ist also der Versuch einer sanften, nicht-chirurgischen Revisionsbehandlung, auch wenn sie sehr zeitintensiv ist.

 

Verbesserung der Langzeitprognose einer Wurzelspitzenresektion durch die mikroskopische Revision

Wenn man die Erfolgsquote einer Wurzelspitzenresektion auf einen ordentlichen Wert bringen will, geht das nur durch zusätzliche Maßnahmen. D.h. man darf nicht nur einfach die alte, verseuchte Wurzelspitze abschneiden, sondern man muss gleichzeitig auch die gesamte verseuchte Wurzelfüllung entfernen, desinfizieren und erneuern. Nur so kann man erreichen, dass der gesamte Zahn von oben bis unten bakterienfrei wird.

 

Aber braucht man dann überhaupt immer eine Wurzelspitzenresektion?

Dies ist eine berechtigte Frage: Ist eine Wurzelspitzenresektion überhaupt notwendig? Denn wenn die gesamte Zahnwurzel bakterienfrei ist, reicht das vielleicht schon aus, um die Wurzelentzündung auszuheilen.

Und genau das ist der medizinische Ansatz, nach dem wir in unserer Praxis verfahren:

 

Das medizinische Vorgehen in unserer Praxis:

Wenn ein Patient zu uns mit einer erfolglosen Wurzelbehandlung kommt, dann führen wir als allererstes eine "mikroskopische Revision" der Wurzelbehandlung durch. Oftmals erleben wir dabei, dass sich schon nach nur einer Sitzung die vorhandene Eiterfistel zurückbildet. 

Nach Abschluss der "mikroskopischen Revision" warten wir erst einmal ab:

Wenn die Eiterfistel auf Dauer verschwunden bleibt, dann ist unsere Arbeit beendet - der Zahn ist gerettet. Diesen Zustand erleben wir in ca. 80 % aller Fälle.

Kommt die Eiterfistel wieder, können wir die Revision durchaus noch einmal wiederholen. Dann verdoppeln und verdreifachen wir unsere Desinfektions- und Sterilisationsanstrengungen mit noch längerem Zeitaufwand, um die offensichtlich sehr aggressiven Bakterien doch noch beseitigen zu können.

Erst wenn die Eiterfistel dann immer noch vorhanden ist, kommt die Wurzelspitzenresektion mit Mikroskop zum Einsatz. In einem solchen Fall ist die Wurzelspitzenresektion die letzte Möglichkeit, den Zahn zu erhalten. Hier kann diese Operation nun tatsächlich auch einmal erfolgreich sein. Denn sie wird in einem sterilen Gebiet ausgeführt, weil die Wurzelbehandlung bereits erneuert und der Wurzelkanal mehrfach neu desinfiziert wurde. Der einzige Ort, an dem sich die Bakterien nun noch „verstecken“ können, ist das weit verzweigte Wurzelkanalsystem an der Wurzelspitze, das man bei der Wurzelbehandlung nur sehr schwer erreichen und nur sehr schwer säubern kann.

 

Kann man eine "mikroskopische Revision" auch bei einem Zahn durchführen, der schon einmal eine Wurzelspitzenresektion hatte?

Ja, auch das ist tatsächlich möglich. Die Erfolgsaussichten werden zwar mit jeder vorausgegangenen Behandlung schlechter. Aber seien wir mal ehrlich: Was können wir denn verlieren? Falls die mikroskopische Revision nicht funktionieren sollte, kann man immer noch eine erneute Wurzelspitzenresektion machen. Und körperlich angenehmer für den Patienten ist die mikroskopische Revision auf jeden Fall!

 

Therapie-resistente Fälle

Trotz all dieser modernen Therapiemöglichkeiten, gibt es aber auch immer noch Zähne, die therapie-resistent sind. Das ist z.B. der Fall, wenn der Zahn besonders aggressive Bakterien enthält, die weder durch Ozon, Laser, PDT-Laser, Hochfrequenz, Ultraschall, Medikamente noch durch ein Antibiotikum beseitigt werden können. Oder wenn der Körper Abstoßungsreaktionen gegen den toten Zahn zeigt. In solchen Fällen ist der ganze Zahn an sich die Ursache für die anhaltende Entzündung. Solche Fälle gibt es leider ab und zu. Solche Zähne kann man leider nur entfernen.

Eine weitere Therapieresistenz besteht, wenn eine Zahnwurzel einen Längsriss aufweist. Einen solchen Riss kann man nicht wieder reparieren. Es gibt keine Therapie dagegen. Solche Zähne müssen leider tatsächlich entfernt werden.

 

 

 

Letzte Änderung: 27.7.2017
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