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Zahnextrusion + Abgebrochener Zahn | Hannover | Zahnarzt-Praxis für Angstpatienten Dr. Blecker

Zahnextrusion + Abgebrochener Zahn | Hannover | Zahnarzt-Praxis für Angstpatienten Dr. Blecker

Einen abgebrochenen Zahn kann man oftmals noch retten. Dazu benötigt man eine perfekte Wurzelbehandlung mit anschließender Zahnextrusion / Magnetextrusion.

 

Zahn abgebrochen - Was kann man tun?

Zahnextrusion (Magnetextrusion) heißt die Methode, mit der man einen abgebrochenen Zahn erhalten kann

Wenn ein Zahn abgebrochen ist, ist das für die meisten Menschen eine Katastrophe. Denn fast immer endet dieses Ereignis mit der Entfernung des Zahnes (= „Extraktion“).

Aber muss das denn wirklich so sein? Kann man abgebrochene Zähne vielleicht doch erhalten? Die Antwort lautet: Ja, man kann einen abgebrochenen Zahn wieder zu einem funktionsfähigen Zahn aufbauen. Man muss allerdings einigen Aufwand betreiben, um das zu schaffen.

 

Abgebrochener Zahn: Die Wurzel steckt noch im Kiefer

Wenn ein Zahn abgebrochen ist, steckt die Wurzel des Zahnes noch im Kiefer. Nun hat man zwei Möglichkeiten: Man kann diese Wurzel herausoperieren und eine Brücke, eine Prothese oder ein Implantat einsetzen, um die Lücke zu schließen. Oder man prüft, ob man die verbliebene Wurzel verwenden kann, um darauf wieder eine Krone zu befestigen.

Dazu muss zunächst geklärt werden, ob die Länge des abgebrochenen Zahnes ausreichend für eine Weiterbehandlung ist. Nehmen wir als Beispiel einen Eckzahn. Der hat normalerweise eine Gesamtlänge von 21 mm. Wenn wir in den Mund schauen, sehen wir 7 mm davon als sichtbaren Zahn. Der Rest steckt als „Wurzel“ im Knochen. Wenn nun die 7 mm des sichtbaren Zahns wegen Karies abbrechen, verbleiben immer noch 14 mm als Wurzel im Knochen. Und wenn man von dieser 14 mm langen Wurzel nur 3 mm aus dem Knochen herausbewegt, reicht das vollkommen aus, um darauf eine Keramikkrone zu kleben.

Im Vergleich: Implantate haben eine Länge von ca. 8 bis 13 mm. Auf jeden Fall hält eine eigene, kurze Zahnwurzel mindestens genauso gut wie ein langes Implantat. Denn es ist kein Fremdkörper!

 

Zuerst braucht man eine sehr gründliche Wurzelbehandlung

Ehe man einen abgebrochenen Zahn wieder als Zahn für eine Krone verwenden kann, muss man zuerst eine sehr gründliche Wurzelbehandlung durchführen. In unserem Kapitel „Wurzelbehandlung“ können Sie nachlesen, welchen Aufwand man betreiben muss, um eine Wurzelbehandlung schmerzlos und langfristig erfolgreich zu erreichen.

 

Extrusion eines abgebrochenen Zahnes

„Zahnextrusion“ heißt die Methode, mit der man einen abgebrochenen Zahn aus dem Knochen heraus in Richtung Mundraum bewegen kann. Dabei wird eine medizinische Apparatur am abgebrochenen Zahn befestigt (z.B. eine kieferorthopädische „Klammerapparatur“, ein Gummizug). Bei der Magnetextrusion werden kleine Magnete in den Zahn geklebt. Mithilfe dieser Apparatur wird der abgebrochene Zahn langsam aus dem Knochen herausbewegt, bis er wieder weit genug aus dem Knochen herausragt, um eine Keramikkrone zu befestigen.

Eine Zahnextrusion dauert insgesamt ca. 6 - 8 Monate.

In der 1. Phase ("Extrusions-Phase") findet die eigentliche Zahnbewegung statt. Je nach der gewählten Extrusionsmethode werden in dieser Zeit z.B. die Magnete 1x wöchentlich kontrolliert und immer wieder in ihrer Position neu ausgerichtet, damit die Magnetwirkung immer optimal stark ist. Mitunter funktioniert auch eine "forcierte Extrusion" mit Gummizügen. Diese Gummis werden alle paar Tage gewechselt. Je nach Methode und Zahnzustand dauert diese Phase 2 bis 10 Wochen.

In der 2. Phase ("Ruhephase") findet die Ruhezeit statt. In dieser Zeit wird der Zahn an die Nachbarzähne mit Kunststoff angeklebt, damit er in Ruhe in der neuen Position wieder fest mit dem Knochen verwachsen kann. Diese Phase dauert ca. 4 Monate.

 

Was ist besser: die Zahnextrusion oder gleich ein Implantat?

Hier spielt die Technikgläubigkeit der Menschen eine große Rolle. Es besteht eine große Euphorie im Hinblick auf Implantate. Nicht selten werden Implantate als die „besseren Zähne“ bezeichnet. Patienten glauben, dass man einen abgebrochenen Zahn sowieso nicht mehr retten kann. Sie können sich gar nicht vorstellen, dass so etwas wie eine Zahnextrusion / Magnetextrusion überhaupt funktionieren kann. Und nicht zuletzt muss man auch wissen, dass die Zahnextrusion / Magnetextrusion wesentlich länger dauert als eine Implantation. Dafür aber hat man dadurch den eigenen Zahn erhalten statt einen Fremdkörper im Knochen. 

Nicht wenige Patienten glauben, dass sie alle Zahnprobleme los sind, wenn sie nur noch Implantate statt eigene Zähne im Mund haben. Aber das ist leider ein Irrglaube. Denn wie viele Jahre hält ein Implantat wirklich? Ein Implantat kann sich genauso schnell, nein, sogar noch schneller entzünden als ein eigener Zahn. Und was macht man, wenn es dann aus dem Knochen herauseitert? Wäre es nicht besser, den eigenen Zahn so lange wie irgend möglich zu erhalten und ein Implantat erst als allerletztes Mittel einzusetzen?

Der Vorteil der Zahnextrusion gegenüber dem Implantat ist ganz klar: Man hat immer noch seinen eigenen Zahn und keinen Fremdkörper im Mund. Deshalb ist die mögliche Gefahr einer Infektion viel geringer als bei einem Implantat. Und die Gefahr, dass dieser Zahn vielleicht irgendwann noch ein weiteres Mal abbrechen könnte, ist nicht größer als bei jedem anderen Zahn auch. Aber selbst wenn das passieren sollte, kann man dann die Extrusion entweder wiederholen oder erst dann ein Implantat einsetzen. Auf jeden Fall hat man bis dahin wertvolle Jahre gewonnen.

 

Extrusions-Behandlung als Vorbereitung für eine Krone

Die Zahnextrusion / Magnetextrusion wird oftmals auch vor der Anfertigung einer Krone notwendig. Das ist immer dann der Fall, wenn die Karies bis tief unters Zahnfleisch reicht und der tiefe Kronenrand deshalb das Zahnfleisch oder sogar den Knochen entzünden würde. In solchen Fällen könnte man zwar auch eine chirurgische Kronenverlängerung durchführen (also zu deutsch: den Knochen abschleifen). Aber dieses Verfahren ist oftmals nicht besonders schonend. Besser ist es dagegen, den Zahn mittels Zahnextrusion ein paar Millimeter aus dem Knochen zu ziehen, so dass der Kronenrand auf ein normales Niveau gesetzt werden kann. Dies ist die beste und schonendste Methode für den Zahn, das Zahnfleisch und den Kieferknochen.

 

Zahnextrusion / Magnetextrusion als schonende Vorbereitung
vor einer Zahn-Extraktion bzw. Zahn-Implantation

Die Zahnextrusion / Magnetextrusion wird auch dann angewendet, wenn eine Zahnwurzel nicht mehr erhalten werden kann, aber das Knochenangebot für ein Implantat zu gering ist. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Zahnwurzel zu extrudieren. Denn das führt dazu, dass sich nicht nur die Zahnwurzel aus dem Knochen herausbewegt, sondern dass dabei auch neuer Knochen an dieser Stelle aufgebaut wird. Dadurch wird das Knochenangebot verbessert, so dass sich ein künstlicher Knochenaufbau vermeiden oder zumindest verringern lässt.

Auch vor der Entfernung von überzähligen Zähnen wird die Zahnextrusion angewendet, um die Zähne im Vorfeld zu lockern. Dadurch wird die Extraktion der Zähne viel leichter und schonender.

 

Wo kann man eine Zahnextrusion durchführen lassen?

Die Zahnextrusion ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. In unserer Praxis führen wir die Extrusions-Behandlung seit 2005 durch. Zunächst nur mit kieferorthopädischen Apparaturen und seit 2009 auch mit Magneten. Das praktische Wissen dafür wird meist nur von wenigen Spezialisten in besonderen Kursen vermittelt. Und weil das Verfahren etwas langwierig und arbeitskosten-intensiv ist, findet es nur schwer eine allgemeine Verbreitung. Da greifen viele Menschen dann lieber eher zum scheinbar "schnellen" Implantat...

Da es sich bei der Zahnextrusion also um ein Spezialgebiet der Zahnheilkunde handelt, haben die meisten Allgemeinzahnärzte wahrscheinlich noch nie etwas von den genauen Behandlungsmöglichkeiten der Extrusion erfahren, geschweige denn selbst damit gearbeitet. Insofern wird ein interessierter Patient wahrscheinlich länger recherchieren müssen, ehe er einen entsprechenden Spezialisten findet, der eine Zahnextrusion durchführt.

 

Was kostet eine Zahnextrusion?

Bei der Zahn-Extrusion handelt es sich um eine zahnmedizinische Behandlung, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen steht. D.h. es gibt keinen Kassenzuschuss zu dieser Behandlung. Private Krankenversicherungen und Beihilfe zahlen - je nach Tarif - ihren entsprechenden Anteil der Behandlungskosten. Die Kosten können bei ca. 1000,- € liegen. In schwierigen Fällen auch darüber. Dazu kommen die Kosten für die vorausgehende Wurzelbehandlung und für die anschließende Keramikkrone.

 

 

 

 

 

Letzte Änderung: 28.7.2017
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