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Wurzelbehandlung: Fragen + Antworten | Spezialisierter Zahnarzt Hannover | Endodontie | Mikroskop | Wurzel-Entzündung

Wurzelbehandlung: Fragen + Antworten | Spezialisierter Zahnarzt Hannover | Endodontie | Mikroskop | Wurzel-Entzündung

Die Wurzelbehandlung wirft viele Fragen auf. Hier finden Sie die Antworten darauf.

 

 

WURZELBEHANDLUNG:

 

 

Fragen & Antworten

 

 

Wozu braucht man einen Nerven im Zahn?

Der Nerv des Zahnes gelangt vom Gehirn durch den Knochen an die Wurzel des Zahnes. Dort zieht er in einem kleinen Kanal durch die Wurzel nach oben in den eigentlichen Zahn hinein. Zusammen mit dem Blutgewebe ist der Nerv für die Ernährung und das Schmerzempfinden des Zahnes verantwortlich.

 

Warum stirbt der Nerv eines Zahnes ab?

Wenn sich der Zahnnerv entzündet, schwillt er an. Dieses Anschwellen des Nervs ist an sich eine völlig normale Reaktion des Gewebes auf eine Entzündung. Durch das Anschwellen werden normalerweise mehr Blutkörperchen und Abwehrstoffe in das Gewebe hineingebracht.

Bei allen anderen Entzündungen im Körper ist das eine sehr sinnvolle Sache. Denn wenn viele Blutkörperchen zur Verfügung stehen, wird die Bakterienabwehr erhöht. Leider gilt dies nur sehr einschränkt für den Zahnnerven. Denn bei ihm bewirkt die Entzündungsreaktion eine Verschlechterung der Situation. Da der Zahnnerv nämlich von einem festen Mantel, nämlich dem eigentlichen Zahn, umgeben ist, quetscht sich der Nerv durch das Anschwellen selbst die Blutzufuhr ab und stirbt in Folge dessen.

 

Wieso soll ich einen toten Zahn haben - das hätte ich doch längst gemerkt, oder nicht?

Viele Patienten können kaum glauben, dass sie tote Zähne im Mund haben. Sie sind dann sehr überrascht, weil sie meinen, dass sie das Absterben des Nervs bestimmt gemerkt hätten. Aber oftmals geht ein Zahn ganz allmählich ein, ohne dass es dabei Schmerzen gibt und ohne dass der Patient das überhaupt merkt. Manchmal vergehen vom Absterben des Nervs bis zur Eiterbildung nur wenige Tage. In anderen Fällen dauert es jahrelang, bis der Patient plötzlich morgens mit einer "dicken Backe" aufwacht.

 

Ich denke, mein Zahnarzt hat beim letzten Mal die ganze Karies gründlich entfernt…?! Wie soll ich denn jetzt noch einen toten Zahn bekommen haben?

Die Hauptursache für einen toten Zahn ist Karies. Allerdings verseuchen die Karies-Bakterien den Nerv ganz langsam. Wenn die Karies sehr nah zum Nerven geht, dann kann diese Verseuchung unter Umständen erst nach Jahren den Tod des Nervs verursachen, auch wenn die Karies zwischenzeitlich entfernt wurde. Deshalb kann ein Zahnnerv auch unter relativ neuen Kronen absterben, obwohl eigentlich die ganze Karies entfernt worden war. Eben weil die Verseuchung des Nervs vorher bereits soweit fortgeschritten war, dass der Nerv zu sehr geschwächt war.

 

Wieso stirbt der Nerv unter einer Krone? Sind Kronen besonders anfällig dafür?

Beim "Abschleifen" des Zahnes für eine Krone entsteht das so genannte "Scheiftrauma". Dabei wird der Nerv etwas geschädigt. Und beim endgültigen Aufsetzen der Krone kommt eine weitere Schädigung hinzu, weil auch der Zement im ersten Augenblick bis zum Aushärten etwas schädlich sein kann.

Viele Nerven halten diese Prozedur trotzdem aus. Aber rund ein Fünftel sind schon so sehr geschwächt, dass sie nach einiger Zeit unter der Krone absterben. Deshalb ist es sinnvoll, nach einer gewissen Zeit ein Röntgenbild anzufertigen, um die Zahnwurzel auf mögliche Entzündungszeichen zu kontrollieren.

 

Gibt es Kronen, bei denen die Zahnschädigung geringer ist?

Früher musste man Zähne überkronen, weil es keine andere Möglichkeit gab, um große Substanzverluste auszugleichen. Heutzutage kann man viele Zähne mit Viertel-Kronen, Halbkronen oder Drei-Viertel-Kronen versorgen.

Durch die Klebetechnik mit Kunststoff kann man jetzt Keramik in den Zahn kleben. Deshalb muss man nicht mehr wie früher den ganzen Zahn abschleifen, sondern man kann heutzutage substanzschonend arbeiten. Nach dem gründlichen Entfernen der Karies wird der Zahn nur noch geglättet. Es wird praktisch kaum noch gesunde Zahnsubstanz geopfert. Und die Keramik wird direkt auf den Zahn geklebt. 

 

Warum ist eine mikroskopische Wurzelbehandlung so wichtig?

Das Nervgewebe des Zahnes zersetzt sich und dadurch siedeln sich Bakterien an. Diese Bakterien breiten im Knochen aus. Es kommt zu einer Entzündung des Knochens um die Wurzelspitze des toten Zahnes herum.

Abhängig von der jeweiligen Abwehrlage des Patienten und den Bakterien kann dies u. U. äußerst schmerzhaft sein. Manchmal bleibt diese Entzündung aber auch einige Zeit schmerzfrei und der Patient bemerkt gar nicht, dass sich die Entzündung mit der Zeit langsam immer mehr vergrößert. Aus einer solchen langsamen Entzündung wird irgendwann ein eitriger Abszess oder auch eine Zyste im Kiefer.

Entzündungen im Kiefer können auch die Ursache für viele weitere Erkrankungen des Körpers sein, z.B. Herzerkrankung, Rheuma und Kopfschmerz.

 

Welche Alternativen gibt es zur mikroskopischen Wurzelbehandlung?

Nur wenn eine mikroskopische Wurzelbehandlung durchgeführt wird, besteht die größte Chance, dass die Wurzelentzündung beseitigt wird. Es gibt keine gleichwertige Alternative dazu. Ein nicht-behandelter Zahn wird früher oder später zu einem eitrigen Abszess führen. Es gibt keine Medikamente oder Tabletten, die die Entzündung von außen beseitigen können, denn die Ursache steckt im Innern der Wurzel, wo keine Medikamente hinkommen.

Ein erfolgreich wurzelbehandelter Zahn kann noch für viele Jahre oder sogar Jahrzehnte im Mund verbleiben und ist damit die günstigste Alternative zu Brücke, Implantat oder Prothese.

 

Wieso kann ein toter Zahn Schmerzen verursachen - der ist doch tot…!?

Tote Zähne haben einen kleinen Vorteil: Da der Nerv abgestorben ist, können sie beim Bohren oder auf heiß/kalt nicht schmerzen. Aber dieser "Vorteil" wird teuer erkauft. Ein toter Zahn entzündet sich nämlich. Und wenn er dann Schmerzen bereitet, dann kommt das nicht vom Zahn selbst, sondern von dem umliegenden Gewebe.

Wenn ein Zahn abstirbt, sammeln sich sofort Bakterien in der Zahnwurzel. Besonders gefährdet ist dabei die Wurzelspitze, die sich dann meistens entzündet. Gleichzeitig wandern Abwehrzellen aus dem Körper zur Wurzel. Diese Zellen dämmen die Entzündung ein. Solange die Abwehrzellen in der Überzahl sind, weitet sich die Entzündung nur sehr langsam aus: Der Patient hat keine Schmerzen und kann die Entzündung deshalb oft gar nicht bemerken.

Sobald aber die Abwehr geschwächt ist, bricht die Entzündung aus. Dann kommt es durch Eiterbildung zur "dicken Backe" oder zu starken Zahnschmerzen. Solche Zahnschmerzen kommen aber in Wirklichkeit gar nicht vom toten Zahn, sondern von dem entzündeten und vereiterten Knochen, der um den toten Zahn herum ist.

 

Welche besonderen Instrumente werden für die mikroskopische Wurzelbehandlung verwendet?

Zu einer mikroskopischen Wurzelbehandlung gehört selbstverständlich ein "Operationsmikroskop". Dieses hat eine Vergrößerung von 2-fach bis 24-fach. Auch eine Lupenbrille ist oftmals hilfreich.

Hinzu kommen besondere Bohr-Instrumente zur Reinigung der Wurzelkanäle. Diese können allerdings nicht im "normalen" Bohrer betrieben werden. Man benötigt besondere drehzahlgesteuerte Bohrmotoren, damit die Instrumente nicht überlasten und abbrechen können.

Insbesondere bei den Backenzähnen sind die Wurzelkanäle oftmals gekrümmt und sehr eng. Hier sind spezielle, hochflexible Instrumente aus Nickel-Titan erforderlich, um die Kanäle vollständig zu gangbar zu machen und reinigen zu können.

Durch die Verwendung solcher maschinell betriebener Instrumente lässt sich die durchschnittliche Erfolgsquote einer mikroskopischen Wurzelbehandlung drastisch erhöhen. Allerdings hat eine solche Erfolgsquote auch ihren Preis. Denn die Instrumente sind bei der Anwendung an einem mehrwurzeligen Zahn oftmals sozusagen "Einmal-Instrumente", da sie nämlich nur für eine handvoll Kanäle benutzt werden können und danach wegen Bruchgefahr entsorgt werden müssen. Und sie sind zudem sehr teuer.

 

Kann man auch OZON zum Sterilisieren der Wurzel verwenden?

Ozon wird seit kurzem auch in der Zahnmedizin eingesetzt, um Gewebe zu sterilisieren. Ozon wirkt gegen Bakterien, Pilze und Viren. Insbesondere bei tiefen Löchern ist es sinnvoll, die Zähne zu sterilisieren, damit man sicher sein kann, dass alle Kariesbakterien wirklich weg sind.
Ein toter Zahn ist mit einer Vielzahl von Keimen belastet, die unbedingt sicher entfernt werden müssen, damit man einen langfristigen Erfolg haben kann. Da Ozon gegen alle diese Bakterien, Pilze und Viren wirkt, verwenden wir Ozon im Rahmen einer Mikroskopischen Wurzelbehandlung, um die Wurzelkanäle porentief zu sterilisieren. 

 

Wie sicher ist eine mikroskopische Wurzelbehandlung?

Grundsätzlich ist die Wurzelbehandlung der Versuch, einen Zahn noch zu erhalten. Eine Erfolgsgarantie kann leider niemand geben. Der Erfolg einer Wurzelbehandlung hängt erheblich von der Lage der Wurzeln und dem Aggressivitätspotential der Bakterien ab.

Die Erfolgsquote kann bis zu 95% betragen. Dennoch muss man ehrlicherweise sagen, dass es trotz aller Sorgfalt immer auch ein "Restrisiko" gibt. Schwierig wird die Wurzelbehandlung besonders dann, wenn es sich um gekrümmte oder sehr enge Wurzelkanäle handelt. In solchen Fällen kann es u. U. zu einem Bruch der sehr dünnen Wurzelkanalinstrumente kommen. Sollte dies passieren und lässt sich das Wurzelkanalinstrument nicht mehr entfernen oder umfahren, so ist die Wurzelkanalbehandlung möglicherweise gescheitert.

Auch kann es zu einem Durchbohren der Wurzel in das umgebende Gewebe kommen (so genannte "Perforation"). Dies verringert die Erfolgschancen der Wurzelbehandlung.

Wenn an einem Zahn früher schon einmal eine erfolglose Wurzelbehandlung durchgeführt wurde, wird in einer mikroskopischen "Revision" versucht, die zurückgebliebenen Bakterien zu beseitigen. Dazu muss die ganze alte Wurzelfüllung entfernt werden, was sehr schwierig sein kann. Und manchmal ist es sogar unmöglich, die harte Füllung zu entfernen, so dass man letztendlich keine Chance hat, an den Bakterienherd zu beseitigen.

Alternativ kommt dann eventuell noch eine so genannte "Wurzelspitzenresektion" in Frage. Falls auch diese nicht möglich oder nicht erfolgreich ist, dann besteht keine weitere Therapiemöglichkeit mehr. Dann kann es sein, dass trotz eines hohen technischen Aufwands der Zahn letztendlich doch entfernt und durch eine Brücke, Prothese oder Implantat ersetzt werden muss.

 

Was kostet eine mikroskopische Wurzelbehandlung?

Eine mikroskopische Wurzelbehandlung bzw. der Versuch, durch eine "Revision" eine frühere erfolglose Wurzelbehandlung wieder gesund zu machen, gehören nicht in die Kategorie der ausreichenden, zweckmäßigen und für die Krankenkasse wirtschaftlichen Leistungen. Diese Behandlungen sind wesentlich hochwertiger und können darum nur privatärztlich erbracht werden.

Die Kosten richten sich nach der Schwierigkeit und dem Zeitaufwand der Behandlung. Der Zeitaufwand beläuft sich auf durchschnittlich 3 bis 5 Stunden. Für einen Frontzahn muss man deshalb mit Kosten von rund 500,- EUR rechnen. Bei einem Backenzahn mit mehreren Wurzelkanälen können es je nach Aufwand um 800,- bis 1200,- EUR (u.U. aber auch mehr) sein.

 

 

 

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Letzte Änderung: 27.7.2017
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